Der richtige Standort für deine Bienen

Ein Bienenvolk mit bis zu 50.000 Bienen braucht Platz. Doch nicht jeder Standort ist hierfür geeignet.

Auf diese Seite erhältst du alle Informationen zur Auswahl des richtigen Platzes für deine Bienen. Hierbei musst du sowohl die Bedürfnisse der Bienen, deine eigene Gesundheit und ein paar rechtliche Aspekte beachten.

Lass uns die Themen im Detail anschauen...

Wo kann ich meine Bienen aufstellen?

Ausreichendes Nahrungsangebot

Bienen brauchen, mindestens von April bis August, ein möglichst durchgehendes Angebot an Tracht in der Umgebung.

Daher sollte, vor allem auf dem Land, im 3 km Umkreis nicht nur eine Monokulturwüste vorherrschen, sondern eine große Artenvielfalt an Pflanzen vorhanden sein.

Kurioserweise ist das heutzutage vor allem in Städten der Fall.

Folgende Orte bieten in der Regel ein gutes Nahrungsangebot:

  • Löwenzahn- und Kleewiesen
  • Baumalleen (z.B. Linden)
  • Rapsfelder
  • Kleingärten
  • Friedhöfe
  • Parks
  • Obstgärten
  • Kirschbäume
  • Blühende Brachflächen
  • Wälder
Tracht

Bezeichnet das Nahrungsangebot für Bienen in Form von Nektar, Pollen und Honigtau.

Honigtau

Bestimmte Insekten (Blatt-, Rindenläuse und Zikaden) sondern kleine Tröpfchen einer süßen Flüssigkeit auf Nadeln oder Blättern von Bäumen ab. Diese Flüssigkeit wird Honigtau genannt und von den Bienen zu Honigtauhonig, auch Waldhonig genannt, verarbeitet.

Wenn ein ausreichendes Nahrungsangebot vorhanden ist, musst du dir keine großen Sorgen um Konkurrenz zu anderen Bienenständen machen.

Als unverbindlicher Orientierungswert kann man davon ausgehen, dass 10-20 Völker pro km² gehalten werden können.

Dieser Wert kann auf Basis der lokalen Trachtsituation aber auch deutlich abweichen.

Sprich im Zweifelsfall mit den benachbarten Imkern, um Ärger zu vermeiden. Vielleicht ergibt sich daraus ja sogar eine Imkerpatenschaft.

Neben der Tracht, ist für die Bienen, wie für jedes Lebewesen, Wasser ein wichtiges Element.

Sie brauchen es sowohl für ihre Verdauung als auch um den Stock im Sommer zu kühlen. Daher sollte im Umkreis von 400m eine Wasserquelle vorhanden sein.

Beispiele hierfür sind Feuchtwiesen, Teiche, Bäche oder auch eine Regentonne mit Schwimmer, auf den sich die Bienen zum Trinken setzen können.

Halte aber mit deinem Bienenstand mindestens 500m Abstand zu offenen Güllebehältern und Kläranlagen, um die Aufnahme von kontaminiertem Wasser zu vermeiden.

Rechtliche Aspekte beim Aufstellen von Bienenvölkern

Grundsätzlich braucht man keine behördliche Genehmigung für das Aufstellen von Bienenstöcken.

Sind Bienen im Wohngebiet erlaubt?

Bienenhaltung ist an den meisten Stellen ortsüblich und kann daher nicht verweigert werden.

„Ortsüblich” ist nicht klar definiert, heißt aber in der Regel, dass im Umkreis auch andere Bienenvölker oder Kleintiere gehalten werden.

Typischerweise ist das in Dörfern, an Stadträndern und in Kleingärten der Fall, aber auch zunehmend in zentralen Stadtlagen.

Wenn in einem Bebauungsplan Kleintierhaltung generell verboten ist, würde das auch Bienen mit einschließen.

Frage im Zweifelsfall beim Bauamt der Gemeinde oder Stadt nach. Den Kontakt findest du üblicherweise auf der Internetseite deines Wohnortes.

Verbotene Gebiete für die Bienenhaltung

In Naturschutzgebieten ist es grundsätzlich untersagt, Bienenstöcke aufzustellen. Es kann aber Ausnahmen geben.

Auskunft hierzu bekommst du bei der zuständigen Kreisverwaltung.

Um die Reinrassigkeit der Züchtungen nicht zu gefährden, dürfen in einem definierten Radius um Belegstellen keine Bienenvölker aufgestellt werden.

Hier findest du eine Übersicht der Belegstellen in Deutschland.

Falls an irgendeinem Ort eine Bienenseuche (v.a. Amerikanische Faulbrut) ausgebrochen ist, wird vom Veterinäramt für eine gewisse Zeit ein Sperrgebiet erlassen.

In diesem Bereich dürfen dann keine neuen Bienenstöcke aufgestellt werden. Eine aktuelle Übersicht aller derzeit bestehenden Sperrgebiete auf Grund von Amerikanischer Faulbrut findest du unter diesem Link.

Sollte in deiner Nähe ein Sperrgebiet erlassen sein, kontaktiere das zuständige Veterinäramt für weitere Informationen.

Belegstellen

Gebiet in dem kontrollierte Begattungen von Königinnen mit ausgewählten Drohnen vorgenommen werden. Die Gebiete sind durch große Waldflächen, Hochgebirge oder Insellagen abgetrennt.

Keine eigenen Flächen vorhanden?

Sollten dir auf Basis der oben genannten Faktoren keine geeigneten eigenen Flächen zur Verfügung stehen, dann frage am besten bei Verwandten oder Freunden nach, die einen Garten haben.

Außerdem bieten Vereine und Lehrbienenstände häufig kostenlos Standplätze für Anfänger auf dem Vereinsgelände an.

Ebenso kannst du mit den Bauern in der Umgebung sprechen, ob du an Waldrändern oder windgeschützten Wiesen deine Bienenvölker aufstellen kannst.

Inzwischen versuchen viele Gemeinden, eine insektenfreundliche Umgebung zu schaffen und bieten die Möglichkeit an, Bienen auf öffentlichen Ausgleichsflächen oder in Parks zu halten.

Darüber hinaus stellt die Landwirtschaftsverwaltung der Deutschen Bahn Flächen für die gärtnerische und landwirtschaftliche Nutzung zur Verfügung.

Achte der bei Wahl der Flächen möglichst darauf, dass diese einigermaßen schnell zu erreichen sind, da du in der Hauptsaison deinen Bienen wöchentlich einen Besuch abstatten musst.

Wo muss ein Bienenstock stehen?

Ergonomie für den Imker

Um rückenschonend arbeiten zu können, empfehlt es sich, die Bienenbeuten leicht erhöht aufzustellen.

Dies geht entweder ganz einfach mit zwei gestapelten Paletten oder selbstgebauten Beutenböcken (Holz- oder Metallrahmen).

In jedem Fall sollte die Unterkonstruktion mit Hilfe einer Wasserwaage exakt horizontal ausgerichtet werden.

Es ist wichtig, dass die Beuten gerade stehen, weil sich Bienen beim Bauen von Waben an der Schwerkraft orientieren.

Wenn der Standort nicht im eigenen Garten liegt, sollte er möglichst direkt mit dem Auto erreichbar sein.

Für dich bringt das eine wichtige Arbeitserleichterung beim An- und Abtransport von Zargen und Honigwaben.

Solltest du eine Aufstellung auf einem Flachdach erwägen, überprüfe auch hier die Zugangswege. Es muss in der Imkerei relativ viel Equipment geschleppt werden.

Achte zudem bei Flachdächern auf Absturzsicherheit.

Wie viel Fläche braucht ein Bienenvolk?

Den Platzbedarf kannst du mit einer Breite und Tiefe von ca. 50cm (Höhe 1,5m) abschätzen. Hinzu kommen mindestens ein Meter Platz dahinter oder daneben, um arbeiten zu können.

Aufstellungsarten für Bienenbeuten

Freiaufstellung

Hierbei werden die Beuten im Freien auf einem Unterbau aus Holzrahmen, Paletten oder Metallrahmen platziert.

Die Freiaufstellung ist für Anfänger in jedem Fall zu empfehlen, da sie kostengünstig und mobil ist, gute Lichtverhältnisse und Platz zum Arbeiten bietet.

Allerdings braucht man dann noch zusätzliche Lagermöglichkeiten und es besteht eine größere Gefahr von Störungen oder Diebstahl.

Freistand

Bei dieser Variante handelt es sich um eine Art „Carport” für die Bienenstöcke, also eine überdachte Aufstellung - meist für 5 Bienenstöcke nebeneinander.

Ein Freistand ist eine Zwischenlösung zwischen Bienenhaus und Freiaufstellung. Gegenüber der Freiaufstellung bietet es vor allem Witterungsschutz und Schattenspende im Sommer.

Bis zu einer bestimmten Größe braucht es für eine solche Konstruktion in der Regel keine Baugenehmigung.

Nachteile sind die eingeschränkte Kippmöglichkeit zur Schwarmkontrolle und die mangelnde Möglichkeit, seitlich an den Beuten zu arbeiten.

Bienenhaus

Ein Bienenhaus ist eine kleine Holzhütte mit Platz für Bienenstöcke, Lagermöglichkeiten und oftmals einem Raum zum Honigschleudern.

Dadurch ist ein Arbeiten bei jedem Wetter möglich und das Eigentum ist besser vor Diebstahl und Störungen geschützt.

Jedoch ist eine entsprechende Baugenehmigung meist schwierig zu bekommen. Zudem ist es natürlich eine sehr teure Variante, die sich hauptsächlich für erwerbsorientierte Imker lohnt.

Fazit

Aus Kosten- und Aufwandsgründen ist daher für Einsteiger auf jeden Fall die Freiaufstellung zu empfehlen.

Optimale Lage für die Bienen

In Tallagen oder Senken können sogenannte Kaltluftseen entstehen. Hier solltest du deine Bienenvölker möglichst nicht aufstellen, weil sich diese ansonsten im Frühjahr nur sehr langsam entwickeln.

Ideal wäre eine leichte Hanglage. Zudem gilt es windexponierte Lagen zu vermeiden, um den An- und Abflug zu erleichtern. Hierbei können Hecken, Gehölze oder Gebäude als Windschutz fungieren.

In welche Richtung muss ich den Bienenstock aufstellen?

Besonders gut für die Bienen ist es, wenn die Beute am Morgen von der Sonne beschienen wird und vor allem im Hochsommer zur Mittagszeit im Schatten liegt, damit sie sich nicht übermäßig mit dem Kühlen ihrer Behausung beschäftigen müssen.

Das Flugloch ist idealerweise in südöstliche bis südwestliche Richtung ausgerichtet, da die Bienen sich an der Sonne orientieren.

Über den Einfluss von Hochspannungsleitungen gibt es widersprüchliche Erfahrungen. Stelle deine Stöcke im Zweifelsfall lieber in mehr als 20 m Entfernung auf.

Zudem sollten wegen der Erschütterungen mindestens 20-30 m Abstand zu Gleisen gehalten werden.

Wenn du jeden dieser Punkte beachtest, findest du keinen Standplatz?

All die hier genannten Aspekte sind Richtlinien. Den perfekten Standort gibt es nicht und deine Bienen werden auch mit einigen Widrigkeiten zurechtkommen.

Lass dich davon nicht abschrecken.

Achte auf deine Mitmenschen

Der wichtigste Punkt ist dabei, dass durch den Flugverkehr für deine Nachbarn oder Spaziergänger keine Beeinträchtigungen oder Gefahren entstehen.

Bienen brauchen ungefähr 3-5m Platz vor dem Flugloch, in dem sie ungestört ein- und ausfliegen können.

Du kannst die Flugbahn durch geschlossene Zäune oder Hecken ablenken. Dadurch kann der Anflugbereich vor dem Flugloch verkürzt werden.

Sollte das Grundstück nicht dir selbst gehören, hole dir bitte die Erlaubnis des Vermieters bzw. Grundstückseigentümers ein.

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