Die Wahl der richtigen Bienenbeute

Die Entscheidung für eine bestimmte Beute ist wichtig, da Bienen meist auf Rähmchen bzw. Waben sitzend verkauft werden.

Das Maß dieser Rähmchen muss zu deinen Beuten passen. Daher ist es ratsam, sich Beutentypen zu kaufen, die Imker typischerweise in deiner Umgebung haben.

Am besten fragst du hierfür beim örtlichen Imkerverein nach.

Bei Bienenbeuten hat sich über die Jahre hinweg und in den verschiedenen Regionen eine Unzahl an verschiedenen Varianten herausgebildet. Das kann als Einsteiger sehr verwirrend und unübersichtlich sein.

Daher bekommst du im Folgenden einen kurzen Überblick über die wichtigsten und verbreitetsten Beutentypen.

Los geht's...

Begriffsdefinition

Beute

Die vom Imker für die Bienen zur Verfügung gestellte künstliche Behausung. Sie ist ein Kompromiss zwischen den natürlichen Bedürfnissen der Bienen und Praktikabilität für den Imker.

Zarge

Einzelnes Stockwerk einer Beute.

Rähmchen

Holzrahmen für den Wabenbau, der es dem Imker erleichtert, das Wabenwerk aus dem Bienenstock zu entnehmen.

Warmbau

Waben liegen quer zum Flugloch - vorteilhaft, wenn man in der Regel beim Arbeiten hinter der Beute steht.

Kaltbau

Waben liegen in Richtung Flugloch - vorteilhaft, wenn man in der Regel beim Arbeiten neben der Beute steht (üblicherweise bei Freiaufstellung).

Lagerbeuten

Bei den Lagerbeuten handelt es sich in Europa um eine alternative Art des Imkerns. Hierbei stehen die Waben in ein bis zwei Reihen auf einer Ebene nebeneinander, was kein Heben von schweren Zargen erfordert.

Da es nur ein Stockwerk gibt, hat man eine gute Übersicht über das Volk. Demgegenüber steht allerdings ein deutlich höherer Anschaffungspreis. Zudem benötigt eine solche Beute auf Grund der horizontalen Ausrichtung deutlich mehr Standfläche.

Beispiele für Lagerbeuten sind:

  • Bienenbox
  • Bienenkiste
  • Bremerbeute
  • Einraumbeute
  • Golzbeute
  • Topbar Hive

Magazinbeuten

Im Folgenden werden wir uns allerdings vor allem auf Magazinbeuten konzentrieren. Diese sind hierzulande deutlich verbreiteter.

In den Imkervereinen gibt es dadurch mehr spezifische Erfahrung und Imkerkurse sind fast immer auf Magazinbeuten ausgerichtet.

Aufgrund der großen Verbreitung ist zudem deutlich mehr Dokumentation und Wissen zum Arbeiten mit diesem Beutentyp zugänglich.

Aufbau

Deckel

Oberer Abschluss als Wetterschutz und zur Vermeidung von Wärmeverlusten. Besteht meist aus einem Innen- und einem Außendeckel.

Zargen

Stapelbare Kisten mit eingehängten Rähmchen, in denen die Bienen ihr Wabenwerk bauen können.

Boden

Standfläche für die Bienenbeute mit Flugloch und Schieber zur Varroa-Kontrolle.

Varianten

In Deutschland werden vor allem Zander, Deutsch-Normalmaß und Dadant als Magazinbeuten verwendet.

Innerhalb eines Beutentypes gibt es wiederum unzählige Varianten, die vor allem Einsteiger vollkommen verwirren können.

Daher vermeiden wir hier eine Auflistung der Vor- und Nachteile all dieser Untervarianten und empfehlen dir, dich auf die hier genannten Typen zu fokussieren:

Zander nach Dr. Liebig (Hohenheimer Einfachbeute)
  • 10 Rähmchen pro Zarge im Kaltbau
  • Normale Rähmchengröße
Deutsch-Normalmaß nach Dr. Liebig
  • Entspricht ungefähr Zander - allerdings im Warmbau
  • Vergleichsweise kleines Rähmchenmaß
Dadant (US)
  • Unterschiedliche Rähmchengrößen für Brut- und Honigraum
  • Ein großer (ungeteilter) Brutraum mit sehr großen Rähmchen (max. 12 Stück)
  • Kleinere Rähmchen für den Honigraum (weniger schwer zu heben)

Weltweit ist Langstroth das mit Abstand verbreitetste Beutenmaß. In Deutschland ist dies allerdings nur sehr selten anzutreffen.

Materialwahl

Kunststoff / Styropor

Kunststoffbeuten sind leichter und isolieren besser als Holzbeuten. Allerdings besteht auch deutlich höhere Schimmelgefahr innerhalb der Beuten.

Der bekannteste Vertreter dieser Variante ist die Segeberger Styroporbeute.

Holz

Bienen leben von Natur aus in Baumstämmen. Holz entspricht also ihrer natürlichen Behausung. Es ist ein atmungsaktiver und nachwachsender Rohstoff.

Für die Herstellung von qualitativ hochwertigen Beuten wird ausschließlich Weymouth-Kiefer verwendet. Dieses Holz ist sehr leicht und grobporig und isoliert damit viel besser als Harthölzer.

Empfehlung

Wir empfehlen dir daher mit Magazinbeuten aus Holz in die Imkerei einzusteigen. Die Magazinbeuten lassen sich einfach im Freien aufstellen und können gut transportiert werden.

Zudem sind die Zargen flexibel stapel- und austauschbar.

Mit Weymouth-Kiefer verwendest du einen haltbaren und nachwachsenden Rohstoff der den Bedürfnissen der Bienen so weit wie möglich gerecht wird.

Wähle möglichst ein Beutenmaß, das in deiner Umgebung verbreitet ist.

Solltest du trotzdem frei wählen können, weil du mit einem Schwarm oder Kunstschwarm anfängst, dann empfehlen wir dir mit einer Dadant Beute einzusteigen.

Beutenschutz

Ob du deinen Beuten einen Anstrich geben willst oder nicht, ist dir überlassen. Falls du Holzschutz aufbringen willst, dann verwende bitte lösungsmittelarme, besser noch lösungsmittelfreie Farben ohne beigemischte Biozide.

Das Umweltzeichen „Blauer Engel” ist hierbei ein guter Wegweiser. Naturfarben auf Leinölbasis sind ebenfalls eine gute Wahl.

Wenn überhaupt, müssen Beuten nur außen angestrichen werden. Innen überziehen die Bienen die Beuten mit einer feinen Propolisschicht.

Eine farbige Gestaltung des Fluglochs ist nicht notwendig. Bienen orientieren sich neben Farben auch an Formen.

Und selbst, wenn sich manche Bienen mal in die falsche Beute verfliegen, so hat das am eigenen, kleinen Stand kaum negative Auswirkungen.

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