Diese Voraussetzungen musst du als Hobbyimker mitbringen

Bevor du dir ein Bienenvolk kaufst, lass uns kurz innehalten und klären, ob du die nötigen Voraussetzungen mitbringst, um in deiner Freizeit zu imkern. Denn, wie du später sehen wirst, ist Imkern ein teures Hobby, das einige Verantwortung mit sich bringt. Daher solltest du vorher einige Punkte kritisch überprüfen.

Folgende Punkte gilt es zu beachten:

Du hast keine Bienengiftallergie

Solltest du eine Allergie gegen Bienengift haben, dann ist prinzipiell davon abzuraten, mit Bienen zu arbeiten.

Woher weiß ich, ob ich eine Bienengiftallergie habe?

Falls du schon mal von einer Biene gestochen wurdest, dann sollten die Symptome nach dem Stich nicht über die normale örtliche Hautreaktion hinausgegangen sein. Ernstzunehmende Allergiesymptome wären z.B. Quaddeln, Juckreiz am ganzen Körper, Kreislaufprobleme, Schweißausbruch, Atemnot, Übelkeit und Schwindel.

Darüber hinaus kann ein Allergietest hierzu Sicherheit bieten. Diesen kannst du bei einem allergologisch tätigen Facharzt, wie z.B. Pneumologen, HNO-, Haut- oder Hausarzt durchführen lassen.

Was mache ich, wenn ich eine Allergie habe?

In diesem Fall kannst du mit einem Allergologen über eine Desensibilisierung sprechen. Solange die Allergie besteht, ist grundsätzlich davon abzuraten, mit Bienen zu arbeiten. Denn auch mit Schutzkleidung wirst du im Laufe der Zeit mit Sicherheit gestochen werden.

Wann stechen Bienen überhaupt?

Nur Bienen, die eine Behausung mit Brut und Honigvorräten zu verteidigen haben, stechen in der Regel. Ein Bienenschwarm außerhalb der Beuten ist normalerweise sehr sanftmütig.

Bienen stechen auch, wenn sie eingequetscht werden. Achte daher immer auf bienendichte Kleidung und arbeite behutsam mit den Bienen.

Trotzdem wird jeder Imker im Laufe der Zeit immer wieder von Bienen gestochen. Die Häufigkeit hängt davon ab, wie erfahren man ist und inwiefern man Schutzkleidung verwendet.

Wie kann ich mich vor Stichen schützen?

Bienen mögen es nicht sonderlich, wenn sie in ihrem emsigen Treiben gestört werden.

Besonders in der Freizeitimkerei solltest du dir daher Zeit nehmen. Hier kannst du dich in Gelassenheit üben. Denn Bienen werden vor allem dann aggressiv, wenn du schnelle oder hektische Bewegungen vollführst.

Außerdem mögen sie den Geruch von stark riechenden Körperpflegemitteln oder Rasierwasser nicht. Unabhängig davon, gibt es ungünstige Wetterlagen, wie aufziehendes Gewitter oder sehr schwüle Tage, die selbst sanftmütige Völker stichfreudig werden lassen.

Gerade für Anfänger ist es daher ratsam, entsprechende Schutzkleidung zu tragen. Helle Farben wirken dabei beruhigend auf die Bienen.

Zu guter Letzt ist der Smoker eines der wichtigsten Werkzeuge des Imkers. Mit ihm gibt man leichte Rauchstöße in das Bienenvolk.

Rauch signalisiert den Bienen, dass in der Nähe ein Waldbrand ist und somit starten sie ihr entsprechendes Notfallprogramm. Sie ziehen sich in ihre Wabengassen zurück und saugen sich mit Honig voll.

Das beschäftigt sie für eine Weile. Außerdem sind sie mit gefüllter Honigblase deutlich schwerer und fliegen nicht so gerne auf.

Mehr zu Schutzkleidung und Smoker findest du beim Thema Grundausstattung.

Du kannst und willst es dir Finanziell leisten

Wenn du nicht zu den Glücklichen zählst, die die gesamte imkerliche Ausrüstung vermacht bekommen, dann ist der Einstieg in die Imkerei mit einigen Ausgaben verbunden.

Für eine Erstausstattung mit 2 Völkern kannst du mit ca. 1.000€ rechnen. Dabei entfallen ca. 500€ auf die Beuten (Behausung für die Bienen), mitsamt Rähmchen und Mittelwänden (dienen zur Aufnahme von Waben).

Die beiden Bienenvölker selbst kosten insgesamt 100 - 300€. Hinzu kommt die Schutzbekleidung mit 45 - 120€. Die Grundausstattung an Werkzeugen schlägt mit ca. 50 - 100€ zu Buche. Imkerkurse bei einem Imkerverein kosten in der Regel 40 - 120€.

Im Laufe der Zeit kommt allerdings ständig neuer Bedarf hinzu: Futtermittel, Medikamente zur Behandlung von Parasiten, Geräte zum Wachsschmelzen und Honigschleudern und Abfüllen - um nur einige zu nennen.

Durch den Verkauf von Honig, kannst du später wieder Geld hereinholen. Wenn du Spaß am Imkern hast, wird die Anzahl deiner Völker wahrscheinlich mit der Zeit steigen.

Das bedeutet zum einen zusätzliche Investitionen, aber auch mehr Honig. Und letztendlich kann sich dann die Imkerei nicht nur selbst tragen, sondern unter Umständen auch einen kleinen Gewinn abwerfen.

Du hast einen Standplatz für deine Bienen verfügbar

Damit deine Bienen gut leben können und du als Imker deine Freude hast, gibt es verschiedene Anforderungen an einen guten Standplatz für deine Bienenvölker.

Lies dir hierzu am besten den Punkt „Den richtigen Standort finden” durch.

Du hast genügend Zeit zum Imkern

Der Arbeitsaufwand kann ca. mit 10-15h pro Volk pro Jahr abgeschätzt werden. Als Anfänger wirst du wahrscheinlich immer etwas länger brauchen. Der Großteil der Arbeiten fällt in der Hauptsaison von April - Juli an.

Dabei solltest du möglichst von Ende April bis Ende Juni nicht länger als eine Woche in den Urlaub fahren, weil regelmäßige Arbeiten mit deinen Bienen anstehen.

Im Herbst und Winter gibt es hingegen nur sehr wenig zu tun. Falls du Honig oder Wachsprodukte verkaufen willst, musst du den Zeitaufwand hierfür zusätzlich berücksichtigen.

Du hast genügend Platz um die Imker-Utensilien zu lagern

Was die meisten Einsteiger - gerade Stadtimker - übersehen, ist der Platzbedarf zusätzlich zum eigentlichen Standort der Bienen. Hier kannst du mit einem Platzbedarf von ca. 0,5 - 1 Kubikmeter pro Volk rechnen, um Beuten und Zubehör zu lagern.

Für Honig und Waben sollte die Lagerfläche zudem möglichst kühl und trocken sein.

Du bist körperlich einigermaßen fit

Die imkerlichen Arbeiten sind vor allem für den Rücken zum Teil anspruchsvoll. Bei der Honigernte gilt es bis zu 20 kg schwere Honigzargen zu heben.

Daher solltest du möglichst keine Rückenprobleme, wie z.B. einen vorausgegangenen Bandscheibenvorfall haben. Wenn du nicht so schwer heben kannst, hast du im Idealfall einen starken Helfer an deiner Seite.

Ansonsten gibt es auch Hebehilfen und Methoden zur Vereinfachung, oder du arbeitest mit alternativen Lagerbeuten (siehe „Die richtige Beute wählen”).

Du bist bereit Verantwortung zu übernehmen

Als Imker bist du Tierhalter und übernimmst Verantwortung für Lebewesen. Die Bienen brauchen zu bestimmten Zeiten im Jahr deine Fürsorge - in manchen Monaten mehr, in anderen weniger.

Ohne imkerliche Eingriffe kann die hochgezüchtete Honigbiene heute in aller Regel nicht mehr überleben.

Zum einen fehlt es in vielen Landschaften an dem entsprechenden Blütenangebot.

Zum anderen sind Krankheitserreger und Parasiten aus anderen Winkeln der Welt eingeschleppt worden, die ohne Maßnahmen die heimischen Bienenvölker zur Strecke bringen würden.

Daher verpflichtet der Gesetzgeber die Imker zur Bekämpfung dieser Krankheiten.

Du musst bereit sein, ständig zu lernen, um besser für deine Bienen sorgen zu können. Trotz aller Anstrengungen, wirst du auch Bienenvölker verlieren - das passiert selbst bei den erfahrensten Imkern.

Lasse dich von deinen Bienen verzaubern

Du hast dich von den oben stehenden Punkten nicht abschrecken lassen? Gut, dann bist du bereit, dich der Faszination des Imkerns hinzugeben.

Du wirst die entschleunigende Wirkung dieses spannenden und abwechslungsreichen Hobbies genießen.

Vor allem zum Bürojob bietet es einen wunderbaren Ausgleich mit viel Zeit an der frischen Luft. Mit deinen eigenen Bienen kannst du ein faszinierendes Stück Natur erleben und die Zusammenhänge und Abläufe der Umwelt im Laufe der Jahreszeiten besser verstehen und wahrnehmen.

Den eigenen Honig zu ernten, bringt zudem ein wachsendes Bewusstsein für das Thema nachhaltige und regionale Lebensmittelerzeugung mit sich.

Und nicht zuletzt, kannst du dich darauf freuen, den angenehmen Duft von Bienenwachs und den vielfältigen und süßen Geschmack deines Honigs zu genießen.

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